Stolpersteine

 

Verlegedatum, Standort und Personen: 94 Stolpersteine wurden in Hamm bisher verlegt für

  • 05.02.2008 Heessener Dorfstraße 2 Stolpersteine Norbert und David Blumenthal
  • 05.02.2008 Killwinkler Straße 11 3 Stolpersteine Heinrich, Hanni und Else Lange, geb. Schragenheim
  • 09.12.2008 Brückenstraße 13 2 Stolpersteine Hugo und Else Lindemeyer
  • 09.12.2008 Große Werlstraße 6 3 Stolpersteine Willy, Alfred und Frieda Rosenberg, geb. Moses
  • 09.12.2008 Nassauer Straße 24 10 Stolpersteine Hermann, Ruth, Edith und Jettchen Schragenheim, geb. Katzenstein; Felix, Selma, Ingrid und Fanny Schragenheim, geb. Diekhoff; Adolf und Esther Schragenheim, geb. Kahn
  • 09.12.2008 Wilhelmstraße 55 1 Stolperstein Dr. med. Josef Kleinstraß
  • 02.06.2009 Fiilialkirche St. Stephanus Hammer Straße 1 Stolperstein Pater Emil Schumann
  • 02.06.2009 Hebbelstraße 9 1 Stolperstein Ladislaus Rune
  • 02.06.2009 Herringer Weg 4 1 Stolperstein Andreas Schillack
  • 02.06.2009 Lilienstraße 8 3 Stolpersteine Gerda, Gustav und Therese Bigmann, geb. Heymann
  • 02.06.2009 Pakratiusplatz 2 1 Stolperstein Pfarrer Wilhelm Weber
  • 02.06.2009 Weststraße 40 2 Stolpersteine Hildegard und Werner Heinrichs
  • 05.11.2010 Heßlerstraße 16 1 Stolperstein Bertha Gerson, geb. Meyenberg
  • 05.11.2010 Nordring 10 2 Stolpersteine Rolf und Emma Kettermann, geb. Schulhaus
  • 05.11.2010 Ostenallee 88 1 Stolperstein Pater Bernhard Ketzlick
  • 05.11.2010 Wilhelmstraße 47 2 Stolpersteine Noa und Bertha Meyberg, geb. Heilbronn
  • 05.05.2011 Bahnhofstraße 27 3 Stolpersteine Julius, Elisabeth und Ottilie Jordan, geb. Löhnberg
  • 05.05.2011 Schützenstraße 26 3 Stolpersteine Salomon, Elsbeth und Helene Levy, geb. Weinberg
  • 05.05.2011 Weststraße 25 3 Stolpersteine Helene, Gertrud und Erich Falk
  • 05.05.2011 Wilhelmstraße 34 2 Stolpersteine Rudolf und Hedwig Levy, geb. Kratz
  • 05.08.2012 Gottfried-Bürger-Straße 1 3 Stolpersteine Josef, Karl und Rosalie Grünewald, geb. Spiro
  • 05.08.2012 Grünstraße 6 7 Stolpersteine Alfred, Ruben, Reha und Alice Bender, geb. Grünewald; Hugo, Fritz und Else Grünewald, geb. Windmüller
  • 05.08.2012 Ritterstraße 22 4 Stolpersteine Hermann, Rosa, Irmgard und Fanny Mantheim, geb. Wolff
  • 16.12.2013 Königstraße 41 1 Stolperstein Wilhelm Lübke
  • 16.12.2013 Ostenwall 43b 1 Stolperstein Regina Lübke, geb. Pohl
  • 16.12.2013 Wilhelm-Busch-Str. 9 1 Stolperstein Max Wienhold
  • 16.12.2013 An der Johanneskirche 24 2 Stolpersteine Martin Berthold und Herta Berthold geb. Lämmerhirt
  • 30.01.2015 Ostenwall 19 1 Stolperstein Julius Franz Rosemann
  • 30.01.2015 Schützenstraße 13 4 Stolpersteine Max Heymann, Gustav Heymann, Ruth Heymann geb. Schiftan, Eva Heymann
  • 30.01.2015 Lilienstraße 8 2 Stolpersteine Moritz Heymann, Johanna Tepel geb. Heymann
  • 30.08.2015 Bahnhofstraße 30a 3 Stolpersteine Dr. Max Mündheim, Anna Mündheim geb. Rosenthal, Elisabeth Mündheim
  • 06.03.2018 Ferdinand-Poggel-Straße/ Gustav-Lübcke-Museum 3 Stolpersteine Fritz Blumenthal. Ilse Isabella Blumenthal, Ruth Blumenthal geb. Czarlinski
  • 06.03.2018 Bahnhofstraße 20 5 Stolpersteine Ida Goldstein geb. Cohen, Kurt Julius Goldstein, Günther Goldstein, Irmgard Goldstein, Ottilie Goldstein
  • 06.03.2018 Am Stadtbad/ Hotel Mercure 1 Stolperstein Josef Falk
  • 06.03.2018 Sedanstraße 28 4 Stolpersteine Dr. Hugo Mendel, Lucie Mendel, Ludwig Mendel, Miriam Mendel
  • 06.03.2018 Weststraße 40 1 Stolperstein Dr. Abraham Windmüller
  • 06.03.2018 Ostenallee 31 4 Stolpersteine Erich Falk, Lucie Falk geb. Kaiser, Karl Eugen Falk, Berthold Falk

Die Verlegung von Stolpersteinen in Hamm geht auf eine Initiative von Friedrich Moor zurück.

In seinem Beitrag „Hier wohnte ….“ für das Hamm-Magazin vom Februar 2018, S. 28, erinnert sich der Heessener Bezirksvertreter an die Anfänge:

„Im Zusammenhang mit Planungen zur Neugestaltung der Heessener Dorfstraße erinnerte ich mich an die Broschüre ‚Sie waren so beliebt‘ des Hammer Geschichtsvereins über das Leben der Familie Blumenthal in ihrem Haus an der Dorfstraße. Gleichzeitig fielen mir Berichte über den Künstler Gunter Demnig ein, der seit 1993 zur Erinnerung an Menschen, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen, vor ihren ehemaligen Wohnhäusern sogenannte ‚Stolpersteine‘ verlegt.

Noch in den 1990er-Jahren war ein Antrag auf die Verlegung von Stolpersteinen in der Stadt Hamm an Bedenken der Verwaltung gescheitert. Trotzdem stellte ich am 8. Januar 2007 einen Antrag in der Bezirksvertretung Heessen auf die Genehmigung zur Verlegung von Stolpersteinen in der Heessener Dorfstraße 35 vor dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus der Familie Blumenthal, die an David und Norbert Blumenthal erinnern sollten.

David Blumenthal wurde am 23. April 1869 in Heessen geboren und am 16. Juni 1942 in das KZ Theresienstadt gebracht. Am 19. September 1942 wurde er mit dem Transport ‚Bo‘ nach Maly Trostinec bei Minsk deportiert und starb dort vermutlich in einem Gaswagen. Norbert (eigentlich Nathan) Blumenthal war der Bruder von David, geb. am 31. März 1867 in Heessen. 1938 wohnte er in Düsseldorf und wurde von hier vermutlich 1942 nach Minsk verschleppt. Das Wohn- und Geschäftshaus der Blumenthals war schon in der Reichspogromnacht verwüstet und geplündert worden.

Gleichzeitig beantragte ich die Verlegung von Stolpersteinen vor dem Wohnhaus an der Killwinkler Straße 11, in dem Else und Heinz Lange mit ihren Kindern zur Miete gewohnt hatten. Nach der Reichspogromnacht floh die Familie zunächst nach Amsterdam, konnte aber auch hier ihren Schergen nicht entkommen. Else Lange, geb. am 17. Juni 1893 in Soest, wurde am 21. Oktober 1944 in Auschwitz vergast. Am selben Tag wurde auch ihre zwölfjährige Tochter Hanni in diesem Konzentrationslager vergast. Der Vater Heinz Lange ist verschollen im Lager Buchenwald.

In der Sitzung der Bezirksvertretung Heessen am 12. Juni 2007 wurde von allen vertretenen Parteien die Stolperstein-Verlegung beschlossen. Nun begann die Arbeit. Freundlicherweise richtete die Volksbank Hamm ein kostenloses Sonderkonto für die Aktion Stolpersteine ein. Dank der Berichterstattung durch den Redakteur des Westfälischen Anzeigers, Herrn Joachim Best, wurde mein Anliegen bekannt und schon nach kurzer Zeit war das Geld vorhanden, um die Stolpersteine verlegen zu lassen. Nun musste ein Termin mit dem Büro von Herrn Demnig gefunden werden. Die Verlegung sollte am 5. Februar 2008 stattfinden. Mit Unterstützung von Herrn Ludger Ackfeld von der Unteren Denkmalbehörde konnten die Verlegung durch die Stadtverwaltung vorbereitet und ein Programm für eine kleine Gedenkfeier im Brokhof organisiert werden.

Eine Woche vor dem Verlegungstermin fragte ich vorsichtshalber noch einmal im Büro von Herrn Demnig nach, ob es bei dem vorgesehenen Termin bleibe. Doch seine Mitarbeiterin teilte mir mit, dass ein Verlegungstermin nie angefragt worden und dementsprechend auch nicht geplant sei. Erst nachdem ich ihr den gesamten Postverkehr zugemailt hatte, stellte sie fest, dass sie in den falschen Kalender gesehen hatte, und bestätigte nun den Termin. So konnten vor zehn Jahren unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die ersten Stolpersteine verlegt werden.

Gleichzeitig gingen immer mehr Spenden von Hammer Bürgerinnen und Bürgern ein. Da einige von ihnen gerne eine Spendenbescheinigung haben wollten, stellte sich mir die Frage, ob ein eingetragener Verein gegründet werden müsse. Weil zudem der berechtigte Wunsch bestand, Stolperstein-Verlegungen in der gesamten Stadt Hamm durchzuführen, entschloss ich mich, das Projekt auf den Hammer Geschichtsverein zu übertragen und dort mitzuarbeiten.

Für mich ist es eine große Freude, dass mittlerweile 76 Stolpersteine verlegt worden sind und weitere 17 in diesem Jahr folgen werden. Besonders freut es mich, dass sich Schülerinnen und Schüler der Friedensschule in das Projekt einbringen und zusammen mit dem Stadtarchiv die Lebensschicksale der von den Nationalsozialisten ermordeten Hammer Bürgerinnen und Bürger aufarbeiten.

Einen Wunsch möchte ich noch zum Schluss äußern. In anderen Städten werden sogenannte „Opfer- oder Gedenkbücher“ auf ihren offiziellen Internetseiten geführt, in denen über den Lebens- und Leidensweg der verfolgten und ermordeten Bürger berichtet wird. Nach meiner Meinung sollte dies auch ein Vorbild für unsere Stadt sein.“

Das Beitragsbild vom 06.03.2018 zeigt die frisch verlegten Stolpersteine für die Familie Falk. Foto Elisabeth Morscheck

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