28.01.2026: Die Haindorf-Lecture 2026 der Universität Münster zu Gast in Hamm

Die Universität Münster und ihre Kooperationspartner, die Jüdische Gemeinde Münster und der Beauftragte in Antisemitismusfragen der Stadt Münster, haben 2024 mit den Haindorf-Lectures ein neues Format ins Leben gerufen.
Angesichts des Lebenslaufs von Prof. Dr. Alexander Haindorf (1784–1862), fällt ein wenig vom Glanz dieses jüdischen Gelehrten, Pädagogen und Kunstsammlers auch auf Hamm. Schließlich ist er in Hamm aufgewachsen und hat hier auf Gut Caldenhof seinen Lebensabend verbracht.

Aus Anlass des 800-jährigen Geburtstages der Stadt Hamm ist die Universität Münster unserer Einladung gefolgt und am 28. Januar 2026 in Hamm zu Gast. Die Intention der Haindorf-Lectures, die Antisemitismusprävention, prädestiniert sie, in diesem Jahr unsere Veranstaltung zum Holocaustgedenktag zu werden.

Wir freuen uns sehr, die Universität Münster und ihre Kooperationspartner in Hamm begrüßen zu dürfen, insbesondere natürlich den diesjährigen Referenten,
– Prof. Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann | Hebräische Universität Jerusalem, mit seinem Vortrag:

Die Botschaft der Bilder –
Der Angriff vom 7. Oktober und die Gewalt als Bild

Der Vortrag widmet sich der Frage, welche Rolle Bilder bei der Vermittlung und Eskalation extremer antisemitischer Gewalt spielen und wie sie gezielt als politische und ideologische Botschaften eingesetzt werden. Im Zentrum steht der Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 und die massenhafte Verbreitung von Fotos und Videos, die nicht nur dokumentierten, sondern selbst Teil der Gewaltausübung und ihrer Eskalation waren. Besonderes Augenmerk gilt der These, dass die visuelle Inszenierung der Gewalt gezielt historische Erinnerungen aktivierte, um eine spezifische Form kollektiver Angst zu erzeugen. Die Bilder sollten dabei gezielt Bezüge zu früheren Pogrome und der Shoah aufrufen – nicht als historische Wiederholung, sondern als bewusst eingesetzte Waffe.

Anhand von Dokumenten und Bildstrategien zeigt der Medienwissenschaftler Tobias Ebbrecht-Hartmann, dass es sich beim Angriff vom 7. Oktober um ein neuartiges, live übertragendes Massenverbrechen handelte, das moderne Bildmedien nutzte, um genozidale Botschaften zu kommunizieren.

Tobias Ebbrecht-Hartmann ist Professor für Visuelle Kultur, Medienwissenschaften und deutsche Erinnerungs- und Kulturgeschichte im Studiengang Kommunikation und Medien sowie im Europäischen Forum an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Er ist Autor des kürzlich im Berliner Neofelis Verlag erschienenen Buches „Gewalt als Bild: Die Bilder vom 7. Oktober im Spiegel der visuellen Erinnerung an die Shoah“.

Termin: 28.01.2026, 18:30 Uhr
Ort: Gerd-Bucerius-Saal im Heinrich-von-Kleist-Forum, Platz der Deutschen Einheit 1, 59065 Hamm
Zugang: barrierefrei
Kosten: kostenfrei
Anmeldung: nicht erforderlich

In Kooperation mit der Universität Münster, der Villa ten Hompel Münster, der Jüdischen Gemeinde Münster, der Volkshochschule Hamm, dem Stadtarchiv Hamm und der Stabsstelle 800 Jahre Stadt Hamm.

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Beitragsbild Prof. Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann, © Hebrew University Jerusalem.
Wir danken für freundliche Überlassung.